WURM: vollautomatisierte Katalogproduktion mit Dynamic Publishing
Von 640 Arbeitsstunden pro Katalog zur vollautomatisierten Produktion mit der priint:suite
WURM ist ein klassisches Familienunternehmen im B2B-Großhandel für Deko- und Saisonartikel – seit 1958 am Markt, heute in zweiter Generation geführt. Das Sortiment umfasst Weihnachtsartikel, Dekorationen und Impulskaufartikel, die bei Handelsketten wie Obi, DM und Action genauso gefragt sind wie beim inhabergeführten Dekoladen. Der WURM-Onlineshop generiert rund 11 Millionen Euro Umsatz pro Jahr – weitere 20 Millionen laufen über klassische Kanäle wie Telefon, Fax und Key Accounting.
Trotz klarer Digital-Ausrichtung erkannte WURM: Der gedruckte Katalog ist kein Auslaufmodell, sondern ein unverzichtbares Arbeitswerkzeug für die Zielgruppe. Das Problem: Die Produktion war aufwendig, teuer und kaum skalierbar. Zwei Vollzeitgrafikerinnen saßen drei Monate an einem einzigen Weihnachtskatalog – 5.000 Artikel, händisch platziert, 640 Arbeitsstunden, 655 Seiten. Gemeinsam mit Laudert hat WURM diesen Prozess grundlegend verändert – und das weit über die reine Automatisierung hinaus: Laudert begleitete das Projekt ganzheitlich, von der strategischen Beratung über die Neugestaltung des Katalogs und die vollautomatisierte Produktion mit der priint:suite bis hin zum kompletten Print-Service – Druckdatenhandling, Papierauswahl, Veredelung und Lettershop inklusive.
Der Ausgangspunkt: Handarbeit im großen Maßstab
Der WURM-Weihnachtskatalog war ein echtes Schwergewicht – im wörtlichen Sinne: 1,7 kg, 655 Seiten, 5.000 Artikel, 8.000 Exemplare, versandt quer durch Europa. Jede Seite wurde manuell in InDesign aufgebaut: Artikelbild für Artikelbild, Artikelnummer, Mengenangabe, Material, Größe – Seite für Seite, von Hand.
Der Aufwand war enorm, die Flexibilität gering. Massenupdates waren kaum möglich. Wer etwas ändern wollte, musste von vorn anfangen. Und trotzdem: Der Katalog funktionierte. Die Kunden kannten ihn, arbeiteten damit, bestellten daraus. Er war kein reines Inspirationsmedium – er war ein Werkzeug.
Phase 1: Consulting – Strategie vor Technik
Bevor auch nur eine Zeile Code geschrieben oder ein Template gebaut wurde, stand die strategische Beratung. Laudert analysierte gemeinsam mit WURM den gesamten Ist-Prozess: Welche Systeme sind vorhanden? Wie sind die Produktdaten strukturiert? Wo liegen die Engpässe? Und welcher Automatisierungsgrad ist realistisch – und sinnvoll?
Das Ergebnis war ein klares Bild: Die Daten aus Shopware waren vorhanden, aber nicht automatisierungsfähig. Die Layouts waren kreativ, aber nicht skalierbar. Und der Workflow war vollständig auf manuelle Eingriffe ausgelegt. Laudert entwickelte daraus eine Roadmap, die Kreation, Daten, Technologie und Print-Service von Anfang an zusammendachte – nicht als Einzelprojekte, sondern als integriertes System.

Phase 2: Kreation – Neugestaltung mit Inspirationsanspruch
Das Ziel war klar: Automatisierung ja, aber ohne den Inspirationscharakter des Katalogs zu opfern. Lauderts Creative-Team analysierte zunächst, wie die Produkte im Onlineshop präsentiert wurden – mit thematischen Kategorien, Eigenmarken und unterschiedlichen Farbwelten.
Darauf aufbauend entstanden Einleitungsseiten, die thematisch abgestimmt und visuell eigenständig gestaltet wurden. Das starre Raster wurde aufgelöst: unterschiedliche Größenaussteuerungen, luftigere Layouts, farbige Fonds. Parallel überarbeitete WURM den eigenen Bildbestand – mit Schatten und räumlicher Tiefe, die den Produkten mehr Präsenz verleihen.
Laudert begleitete diesen Prozess beratend und stellte sicher, dass die neuen Bildstandards auch automatisierungsfähig blieben. Das Ergebnis: ein Katalog, der automatisiert entsteht, aber nicht automatisiert aussieht.
Phase 3: Daten – die eigentliche Herausforderung
Die Datenvorbereitung war der aufwendigste Teil des Projekts. Der erste Ansatz – Datenexport aus Shopware, KI-gestützte Sortierung nach Attributen – lieferte ein ernüchterndes Ergebnis: Kategorien wild durchmischt, zusammengehörige Produkte getrennt, keine brauchbare Struktur.
Was folgte, war echte Handarbeit: WURM kuratierte die Daten manuell, sortierte Artikel, definierte Größenaussteuerungen und harmonisierte Produkttitel über KI-Technologien. Erst mit diesem sauber aufbereiteten Datenfundament konnte die Automatisierung ihr volles Potenzial entfalten.
Das Learning daraus ist eindeutig: Dynamic Publishing ist so gut wie die Daten, die dahinterstecken. Wer in Datenqualität investiert, gewinnt auf der ganzen Linie.
Phase 4: Umsetzung – schlanke Automatisierung mit der priint:suite
Für die technische Umsetzung entschied sich Laudert bewusst für einen schlanken Ansatz: nicht die vollständige priint:suite, sondern die priint:comet-Komponente – eine InDesign-basierte Offline-Lösung, die vollautomatisiert aus einem lokalen Datenfeed produziert. Keine manuelle Nachbearbeitung, kein manuelles Eingreifen in den Layoutprozess.
Die Lösung wurde von Anfang an so konzipiert, dass der Weg in die priint:cloud offen bleibt – für eine spätere, noch flexiblere Auslieferung direkt aus den Quellsystemen heraus.
Das Ergebnis der ersten Produktion: ein vollautomatisiert erstellter Katalog, der die eingesparte Produktionszeit in andere Bereiche lenkte – Papierauswahl, Veredelung, Finishing. Die Zeit, die früher für das manuelle Platzieren von Artikeln draufging, floss nun in das, was den Katalog als physisches Medium stark macht.
Phase 5: Print-Service – vom Datenfeed zum versandfertigen Katalog
Die Automatisierung endet nicht mit dem fertigen PDF. Laudert übernahm auch den gesamten nachgelagerten Print-Service – und genau hier zahlte sich die eingesparte Produktionszeit aus.
Die gewonnenen Ressourcen flossen in das, was den Katalog als physisches Medium stark macht: eine sorgfältige Papierauswahl, hochwertige Veredelungen wie Goldfolierung auf dem Cover, Verwendung von trendigen Sonderfarben und ein professionelles Druckdatenhandling, das Qualität und Termintreue sicherstellt. Für die Hauptauflage übernahm Laudert die Steuerung des Lettershops und den Versand an die definierten Empfänger. Parallel wurde eine On-Demand-Variante aufgesetzt: Über eine separate Shopify-Instanz konnten Kunden den Katalog aktiv bestellen – mit Gutschein-Incentive für den B2B-Shop.
Das Ergebnis ist ein Katalog, der nicht nur automatisiert produziert wird, sondern in Haptik, Optik und Verarbeitung dem Anspruch einer Premiummarke gerecht wird.
Vertrieb und Reichweite: der Katalog als Produkt

Statt den Katalog wie bisher an alle Bestandskunden zu verschicken, entschied WURM, ihn käuflich anzubieten: Wer den Katalog bestellt, zahlt einen kleinen Betrag – erhält dafür aber im Gegenzug einen Gutschein für den B2B-Shop. Eine separate Shopify-Instanz wurde aufgesetzt, über die Kunden den Katalog aktiv bestellen konnten.
Das Ergebnis überraschte: Nicht nur bestehende B2B-Kunden kauften den Katalog – auch B2C-Interessenten bestellten ihn, weil sie einen gedruckten Weihnachtskatalog haben wollten. Die Auflage ließ sich dadurch gezielt steuern, ein Teil der Produktionskosten wurde subventioniert.
Digital First bedeutet nicht Digital Only. Wir müssen unsere Kunden dort abholen, wo sie sind – und der Katalog zeigt uns genau, wo das ist.
Fazit und Ausblick
WURM hat mit diesem Projekt mehr gelernt als nur, wie man einen Katalog automatisiert. Das Projekt hat gezeigt, dass Print im B2B-Deko-Segment kein Relikt ist, sondern ein strategisches Medium – eines, das die Zielgruppe aktiv nutzt, das Kaufentscheidungen beeinflusst und das sich mit den richtigen Prozessen effizient und skalierbar produzieren lässt.
Was den Unterschied gemacht hat: die ganzheitliche Begleitung durch Laudert. Nicht ein Tool, nicht ein Gewerk – sondern Consulting, Kreation, Dynamic Publishing und Print-Service aus einer Hand: Prozessanalyse und Workflow-Design, Neugestaltung des Katalog-Layouts, vollautomatisierte Produktion über die priint:suite sowie Druckdatenhandling, Papierauswahl, Veredelung und Lettershop. Alles aufeinander abgestimmt, konsequent auf ein Ziel ausgerichtet. Heute verschickt WURM 75.000 Kataloge zweimal im Jahr. Die Produktionszeit ist drastisch gesunken, die Qualität gestiegen. Und die Erkenntnis, die das Projekt hinterlässt, ist so simpel wie wirkungsvoll: Digital First bedeutet nicht Digital Only. Kunden dort abholen, wo sie sind – das ist der entscheidende Unterschied.
Wenn du ähnliche Herausforderungen in deiner Katalogproduktion kennst und wissen möchtest, wie automatisierte Prozesse auch bei dir funktionieren können, sprich uns an. Wir zeigen dir, was möglich ist.

Mehr zum Projekt im Webinar
Im Webinar „Print ist tot! Oder doch nicht?“ haben Jonathan Roxlau, Head of Digital bei WURM, und Laudert-Consultant Michael Giesen offen über das Projekt gesprochen – inklusive aller Learnings auf dem Weg. Interessierte können die Aufzeichnung gerne bei uns anfragen.
Veröffentlicht am 5.10.2026