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Was ist eine Reinzeichnung?

Mit einer Reinzeichnung sind moderne Gestaltungsmaßnahmen gemeint, die den Entwurf eines Layouts betreffen, wobei die Reinzeichnung der dritte Schritt nach dem Scribble und dem Entwurf ist. Die Reinzeichnung wird in der Medienproduktion entsprechend aus einer Vorlage gestaltet und dann in eine druckfertige Datei umgewandelt.

Gibt ein Kunde der Agentur den Auftrag für ein innovatives Layout, erstellt der Grafiker das Scribble und den Entwurf. Im Entwurf wird das Layout schon genauer definiert. Das betrifft den Rohtext, die Einteilung der Flächen, die Festlegung der Bildanordnung und Textmenge und die korrekte Platzierung. Der Entwurf dient dazu, dem Kunden einen ersten Eindruck des fertigen Layouts zu vermitteln, wobei dann auch das Verhältnis von Bild und Text sichtbar wird.

Die Reinzeichnung folgt nach der Entwurfsphase und basiert auf den Vorstellungen und Wünschen des Kunden. Der Entwurf wird nun bearbeitet und in eine druckbare Datei umgewandelt. Das betrifft die korrekte Auflösung, die Darstellung der Textform und Textfarbe, den Kontrast des Hintergrunds und andere drucktechnische Voraussetzungen. Der Reinzeichner überprüft und korrigiert alle ihm zur Verfügung stehenden Bilddaten in Hinsicht auf die druckfähige Auflösung. Darin enthalten ist die Festlegung aller CMYK– und Sonderfarben, die Überprüfung der Schrifteinbettung und eine eventuelle Korrektur der Linienstärken und Typografie.

Was beinhaltet eine Reinzeichnung?

Bevor die Reinzeichnung fertiggestellt werden kann, benötigt der Mediengestalter alle Vorgaben, die für die Druckspezifikation wichtig sind. Erhält er den Entwurf des Grafikers, wandelt er ihn in eine Reinzeichnung um. Als Vorlagen können dabei PDFs, hochauflösende Bilddateien, offene Daten oder auch Vektordateien dienen. Im Grunde gilt es nun, die digitalen Dateien auf ihre technischen Bedingungen zu überprüfen. Dabei wird das Layout zunächst nach den vorgegebenen Gestaltungsrichtlinien angepasst und abgeglichen. Alle Bestandteile der vorgelegten Gestaltung müssen drucktechnisch machbar sein. Das betrifft den Text, die Farbe, die Dateiformate und die Bildauflösung. Die Reinzeichnung beinhaltet dementsprechend:

  • die Erstellung von Sprach- und Formatadaptionen
  • die Umwandlung des Entwurfs in die druckfertige Datei
  • den Aufbau und die Integration der Grafiken und Tabellen
  • die Optimierung der Entwürfe
  • verschiedene Korrekturen im Layout und im Text
  • die Anpassung an thematische Anforderungen (Print oder Online)

Wie geht man vor bei einer Reinzeichnung?

Die kreative Gestaltung wird durch die Reinzeichnung abgeschlossen. Innerhalb des Prozesses ist sie die wichtigste Aufgabe, da sie die für den Kunden verbindliche und reproduktionsfähige Vorlage ist. Die Reinzeichnungsphase erfolgt also immer nach der Freigabe des Rein-Layouts und legt die drucktechnischen Parameter, beispielsweise für den Digitaldruck, fest. Das betrifft:

  • das Farbmanagement
  • den Randschnitt und die Beschnittzugabe
  • Schnittmarken
  • das Trapping, das Übereinanderlegen einzelner Farben für den Druck
  • Einstellungen für das Überdrucken
  • die Farbseparation
  • das Einhalten aller gültigen Corporate-Design-Richtlinien
  • die Präsentation des sauber umgesetzten und grafisch ansprechenden Endprodukts

Dafür benötigt der Mediengestalter meistens folgende Vorgaben und Informationen:

  • Welche Auflösung ist für die Bilddaten notwendig?
  • Welches Endformat ist gewünscht?
  • Wird eine Layout-Skalierung gefordert?
  • Welche Farbigkeit soll der Druck aufweisen?
  • Welches Farbprofil haben die Bilddaten?
  • Wie viel Beschnitt ist notwendig?
  • Wo soll das Layout, das Logo, die Anzeige oder der Flyer verwendet werden?
  • Welches Dateiformat ist gewünscht?
  • Soll die Datei Schrift oder umwandelbare Pfade enthalten?
  • Wann soll die Reinzeichnung fertiggestellt sein?

Welche Programme werden für die Reinzeichnung benötigt?

Für die Gestaltung der Reinzeichnung steht eine Auswahl an Software zur Verfügung, die alle Bearbeitungsvorgänge erleichtert und die ein Reinzeichner und Mediengestalter kennen und beherrschen sollte. Gearbeitet wird in der Werbeagentur meistens mit den typischen Programmen am PC oder Grafiktablet. Das umfasst Grafiksoftware wie z. B. „Adobe Photoshop“, „Adobe Illustrator“ oder „Adobe InDesign“.

  • Photoshop: Das Programm ist eines der bekanntesten für die Bildbearbeitung, Bildaufbereitung und Bildretusche.
  • Illustrator: Mit dieser Software ist das Erstellen von skalierbaren Logos und Vektorgrafiken möglich.
  • InDesign: Dieses Programm dient der Erstellung von Seitenlayouts, besonders bei Flyern, Anzeigen oder Broschüren.

Weshalb ist die Erstellung einer Reinzeichnung notwendig?

Kunden nehmen einen Mediendienstleister oder eine Werbeagentur in Anspruch, um Verpackungen, Medien und Drucksachen erstellen zu lassen oder das eigene Logo in Auftrag zu geben. Das ist zum einen mit einer bereits vorhandenen Druckvorlage möglich, an der sich die Agentur dann orientiert. Meistens wird die Gestaltung jedoch der Agentur überlassen, da die Qualität der Vorlage immer auch die Qualität des Druckergebnisses bestimmt. Schon kleinste Abweichungen oder Unstimmigkeiten führen unter Umständen zu einem minderwertigen Druck, der dann auch nicht durch ein noch so gut gestaltetes Layout ausgeglichen werden kann.

Die Reinzeichnung ist ein eigenes Aufgabengebiet im Bereich moderner Layout-Gestaltungsprozesse. Ohne die Reinzeichnung wäre ein sauberer und reproduzierbarer Druck nicht möglich. Zwar kann die Vorlage bereits als Entwurf das komplette Ergebnis der Darstellung enthalten, die Reinzeichnung beinhaltet jedoch die abschließenden und entscheidenden Korrekturen und Anpassungen für den Druck. Beschnitt, Bildauflösung, Farben, das Seitenformat und die Überfüllungseinstellungen sind genauso wichtig wie die durch den Reinzeichner meistens vorgenommenen mikrotypografischen Eingriffe. Entscheidend bleibt dabei das Beherrschen der Grafiksoftware.

Von wem wird die Reinzeichnung ausgeführt?

Unternehmen haben die Möglichkeit, Agenturen und Grafiker ganz individuell mit ihren Vorstellungen und Wünschen für das Layout zu konfrontieren. Dabei hat der Kunde in den verschiedenen Phasen der Gestaltung viel Mitspracherecht. Erst wenn das Ergebnis feststeht und der Kunde den Entwurf akzeptiert, wird das Layout abgeschlossen und dem Kunden zur Verfügung gestellt. Die Reinzeichnung soll dann das Ergebnis so in Form setzen, dass es gedruckt und produziert werden kann, und macht den Auftrag verbindlich. Entscheidend dafür sind auch bestimmte Anpassungen der digitalen Datei.

Die Reinzeichnung wird sowohl von einem Grafiker als auch von einem Mediengestalter umgesetzt. Notwendig sind über die Gestaltung hinaus immer Kenntnisse im Webdesign und in HTML. Die genaue Definition, wann es sich um eine Reinzeichnung handelt, ist im DTP-Zeitalter allgemein schwierig. Der Grafiker erstellt das Layout meistens in Photoshop oder ähnlichen Programmen und spricht dann von einer Reinzeichnung, die aus dem Entwurf entstand. Der Mediengestalter wiederum ist der eigentliche Reinzeichner in einer Agentur und wandelt das gestaltete Layout in die druckfähige Vorlage um. Eine Trennung zwischen den einzelnen Abläufen ist also nur bedingt möglich.