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Digitales Stoffmuster – Was ist das?

Digitale Stoffmuster sind farbechte Aufnahmen, die mithilfe einer multispektral arbeitender Farbmesstechnik erstellt werden.

Funktionsweise

Beim Fotografieren von Objekten reflektieren diese das Licht. Mithilfe verschiedener Filter, die jeweils eine definierte Wellenlänge des reflektierten Lichts durchlassen, werden mehrere Aufnahmen erzeugt und daraus der exakte Spektralwert jedes einzelnen Pixels errechnet. Das Resultat sind farbverbildliche digitale Muster der physischen Referenz.

Anwendungsbereich Medienproduktion

In der Medienproduktion wird diese Technik verwendet, um Waren – insbesondere Textilien – in den verschiedenen Medien farbecht darzustellen. Je nach Kamera oder Farbe und Helligkeit des Hintergrundes kann es bei aufgenommenen Produktfotos zu Farbabweichungen kommen. Gerade im Versandhandel spielt aber die Farbrichtigkeit eine große Rolle, denn Endkunden erwarten, dass das bestellte Kleidungsstück exakt der Darstellung z. B. im Katalog entspricht. Daher müssen Produktbilder in einem der Fotografie nachgelagerten Retusche-Schritt einer Farbkorrektur unterzogen werden.

Während die farbechte Darstellung im Onlineshop aufgrund nicht kalibrierter Monitore nur selten garantiert werden kann, versucht man im Printbereich unter Berücksichtigung des späteren Druckverfahrens sowie Bedruckstoffes, Farben möglichst nah der Realität anzupassen. Auch Umfärber, das heißt am Computer generierte Farbvarianten eines Kleidungsstücks, werden meist anhand von digitalen Stoffmustern realisiert.

Alternativ können auch Pantone-Farben (TPX-Töne) die Farbe eines Kleidungsstücks eindeutig kennzeichnen und werden daher in der Druckvorstufe verwendet. Sind Waren allerdings nicht unifarbern sondern gemustert, so stellt die Zuordnung der Pantone-Farben zu den richtigen Bereichen der Kleidung häufig eine Herausforderung dar.

Die Abmusterung anhand digitaler Vorlagen ersetzt heute Großteils die Farbkorrektur nach physischen Mustern. Wenn die Ware bei der Bildbearbeitung nicht mehr körperlich vorhanden sein muss, reduziert dies sowohl den Logistikaufwand als auch die damit verbundenen Lager- und Transportkosten und ist somit deutlich effizienter.