So lautete der Titel der Breakout-Session unserer CGI-Expertin Luisa Gehlmann im Rahmen der Connect-Veranstaltung. In ihrem kurzweiligen Vortrag zog sie gemeinsam mit Hubert Schlegl von der Witt-Gruppe eine Zwischenbilanz zum aktuellen Einsatz der CGI-Technologie in der Produktkommunikation und wagte außerdem eine Prognose für die Zukunft. Kombiniert mit handfesten Praxisbeispielen sprachen die Beiden Klartext! Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir hier zusammengetragen.

Warum ist CGI überhaupt ein Thema? Na klar, weil der Markt wächst und das Interesse für computergenerierte Bilder steigt. So wurden bei IKEA im Jahr 2017 ca. 75% der Produktbilder gerendert und bei OTTO sollen bis 2021/2022 70% des Möbelsortiments über CGI erstellt werden.* Der Trend zeigt sich allerdings nicht nur in der Möbelbranche. In Filmproduktionen und der Automobilindustrie ist die Technologie schon seit langer Zeit stark im Einsatz.

Als Medien- und IT-Dienstleister hat Laudert sich bereits im Jahr 2014 dazu entschieden, das Leistungsportfolio um die CGI-Produktion zu erweitern. Seitdem wächst der Bereich und es gibt neben dem Gründungsteam in Stuttgart nun auch ein neu zusammengestelltes CGI-Expertenteam am Standort Vreden. Dort profitieren wir ganz besonders davon, dass sich die Bereiche Fotostudio, CGI, IT und Medienproduktion an einem Standort befinden – denn so lassen sich agile Teams kurzerhand zusammenstellen. Das zeigt beispielsweise die sog. Hybrid-Fotografie, die reale Bildaufnahmen mit virtuell erstellten Elementen oder Räumen kombiniert.

Immer mehr Kunden beanspruchen also CGI-Leistungen für sich. Dabei sind die Anforderungen natürlich höchst unterschiedlich. Zu Beginn einer Zusammenarbeit klärt Laudert daher, welches Ziel mit welchem Input erreicht werden kann: Welche Daten liefert der Kunde? Auf dieser Basis beginnt die Produktionsplanung, wobei Laudert besonderen Fokus auf die Wiederverwendbarkeit von gerenderten Inhalten legt. Wurde z. B. ein Milieu aus 3D-Daten erstellt, so kann dies in der nächsten Produktion als Basis für ein Close-up dienen. Der Kunde kann somit produktionsübergreifend von wertvollen Synergien profitieren.

Auch in der Witt-Gruppe nimmt das Thema CGI ordentlich Fahrt auf. Das große Stichwort hier: Ausprobieren. Die CGI-Technologie wird in unterschiedlicher Form eingesetzt, um einfach mal zu testen, wie sich die Content-Produktion dadurch verändert. Werden Kosten- und Zeitersparnisse geschaffen? Wo lohnt sich der CGI-Einsatz und wo nicht?

Ganz konkret testet die Witt-Gruppe beispielsweise auf dem amerikanischen Markt die Nachfrage nach Produkten, die es physisch noch gar nicht gibt. Sobald allein durch die virtuelle Produktpräsentation eine große Nachfrage entsteht, ist dies ein deutliches Indiz dafür, den Artikel auch tatsächlich zu produzieren. Ein anderes Beispiel, bei dem sich der 3D-Einsatz schon lange etabliert hat, ist die Bettwäschen-Produktion. Seit zwei Jahren verzichtet die Witt-Gruppe auf Fotomuster, sondern erzeugt Bilddaten rein virtuell auf Basis der gelieferten Produktdaten der Lieferanten. Für Laudert als Unternehmen, das sich selbst ständig weiterentwickelt und Neues ausprobiert, eine herrlich erfrischende Zusammenarbeit. Ganz nach dem Tenor von Innovationsblogger Gerriet Danz, ist dies genau die richtige Einstellung, um Innovationen zuzulassen.

So, jetzt aber mal wirklich Butter bei die Fische. Was sagen die Experten zur Zukunft von CGI?

Hubert Schlegl vergleicht seine Haltung dazu mit der Entwicklung von analoger hin zur digitalen Fotografie. Damals konnte sich vermutlich auch noch keiner vorstellen, dass sich die Digitalfotografie einmal so weit entwickelt, dass jeder mit seinem Smartphone besser aufgelöste Aufnahmen schießt, als es mit der analogen Fotografie jemals möglich war. Wieso sollte sich CGI nicht auch zu etwas Großem entwickeln?

Luisa Gehlmann sieht das ähnlich. Die Produktkommunikation verändert sich rasend schnell und aus ihrer Sicht wird die CGI-Technologie auch langfristig eine wunderbare Ergänzung zur klassischen Fotografie sein. Laut der Expertin wird die Nachfrage nach Hybdrid-Fotografien steigen: Via Klick können Produkte in verschiedenen Räumen inszeniert werden, ohne hohen Aufwand zu betreiben. Außerdem eignet sich CGI besonders im Bereich der Prototyp-Entwicklung: Produktbilder werden virtuell erstellt, um zunächst das Interesse am Markt abzuklopfen. Dadurch lässt sich die Nachfrage nach einem Produkt besser abschätzen, was für die Produktion entscheidend ist.

Laut Luisa Gehlmann ist im Vorfeld jeder Produktion eine ganzheitliche Analyse erforderlich, um den effizientesten Lösungsweg zu definieren: Ist die rein virtuelle Bilderstellung sinnvoll oder eignet sich eine Hybrid-Produktion? Gibt es bereits Daten, auf die man zugreifen kann? Wo können Synergien genutzt werden?...

Die Einblicke der beiden Experten zeigen, dass CGI in Zukunft eine wohl immer größere Rolle in der Produktkommunikation spielen wird. Lassen wir uns überraschen, wohin die Reise geht – oder, um es in Gerriet Danz Worten zu fassen: Starten wir das Glaskugel-Gucken im Bereich CGI...


*Quelle Ikea: https://www.mds.eu/produktvisualisierung/blog/3d-visualisierung, Otto: https://www.otto.de/unternehmen/de/newsroom/news/2018/Computer-Generated-Imagery.php